Solaranlage im Wohnmobil planen – Tipps von Meyer-Camberg
Freiheit auf Rädern lebt von Strom, auf den Du Dich verlassen kannst. Stell Dir vor, Du parkst am See, der Kaffee blubbert, der Laptop lädt und der Kühlschrank summt leise – alles ohne Landstrom. Genau hier setzt die Solaranlage Wohnmobil Planung an: Sie verwandelt Sonnenlicht in echte Unabhängigkeit. In diesem Gastbeitrag führen wir Dich Schritt für Schritt durch die Planung Deiner Anlage – praxisnah, ehrlich und mit einem Augenzwinkern, wenn’s passt. Von der Ermittlung Deines Energiebedarfs bis zur Integration ins Bordnetz: Mit Meyer-Camberg bekommst Du das Rüstzeug für eine Anlage, die zu Dir, Deinem Ausbau und Deinen Touren passt. Lust auf Autarkie? Dann lass uns loslegen.
Ein transparentes Energiemanagement Monitoring Systeme geben Dir jederzeit den Überblick über Ertrag, Ladezustand und Verbrauch. Mit integrierten Sensoren und übersichtlichen Dashboards siehst Du genau, wie viel Sonnenstrom ankommt, wann Nachladung durch Booster anspringt und ob Deine Batterien im grünen Bereich arbeiten. Gerade wenn Du mehrere Quellen kombinierst, lohnt sich ein Tool, das Daten speichert und Trends visualisiert – damit geht keine Autarkie verloren und Du planst künftige Reisen noch intelligenter.
Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, findet im Bereich Energieversorgung & Autarkie umfangreiche Hilfestellungen zu PV, Speichern und Ladegeräten. Dort erklärt Meyer-Camberg, wie Du Module, Regler und Batterien optimal aufeinander abstimmst und welche Backup-Systeme Sinn machen. Ob Einsteiger oder erfahrener Vanlifer, wer hier liest, versteht Zusammenhänge, kann clever planen und spart am Ende Zeit wie Kosten – damit Deine Solaranlage Wohnmobil Planung gelingt.
Die Lithium Batterie Nachrüstung Wohnmobil ist eine der populärsten Upgrades für mehr Autarkie und Performance. Um von AGM auf LiFePO4 umzusteigen, findest Du ausführliche Anleitungen zu BMS-Auswahl, Ladeprofilen und Einbauorten. Mit passgenauen Schritt-für-Schritt-Guides vermeidest Du Fehler beim Crimpen, bei der Temperaturüberwachung und der Absicherung. Das Ergebnis: Mehr nutzbare Kapazität, geringeres Gewicht und eine Batterie, auf die Du Dich verlassen kannst.
Solaranlage Wohnmobil Planung: Energiebedarf ermitteln und Komponenten dimensionieren mit Meyer-Camberg
Dein Energieprofil: Was verbrauchst Du wirklich?
Bevor Du Module kaufst, brauchst Du eine solide Basis: Deinen typischen Tagesverbrauch. Notiere alle Verbraucher, deren Leistung (Watt) und tägliche Nutzungszeit (Stunden). Multipliziere Leistung x Zeit = Energie in Wh (Wattstunden). Addiere alles – voilà, das ist Dein Tagesbedarf. Klingt trocken? Kurz ein Beispiel aus der Praxis:
- 12-V-Kompressor-Kühlschrank: 45 W, läuft zyklisch ca. 10 h/Tag ≈ 450 Wh
- LED-Licht: 15 W, 4 h/Tag ≈ 60 Wh
- Wasserpumpe: 60 W, 0,2 h/Tag ≈ 12 Wh
- Router/Internet: 10 W, 8 h/Tag ≈ 80 Wh
- Laptop über 230 V: 80 W, 3 h/Tag ≈ 240 Wh
- Sonstiges (Handys, Kamera, Steuerungen): ≈ 120 Wh
Summe: rund 962 Wh/Tag. Je nachdem, ob Du viel arbeitest, kochst oder im Winter reist, schwankt der Bedarf. Plane unbedingt 10–25% Systemverluste (Kabel, Laderegler, Wechselrichter) als Reserve ein. So bleibt Luft für Wolken, Schatten und warme Modultemperaturen.
Solarertrag realistisch einschätzen
Das eine große Geheimnis? Erwartungsmanagement. Der Ertrag hängt von Jahreszeit, Standort, Ausrichtung, Dachneigung, Verschattung und Temperatur ab. In Mitteleuropa liefern flach montierte Module typischerweise:
- Sommer: ca. 300–400 Wh pro 100 Wp und Tag
- Frühling/Herbst: ca. 150–250 Wh pro 100 Wp und Tag
- Winter: 40–120 Wh pro 100 Wp und Tag (mit großen Schwankungen)
Südspanien? Da geht im Sommer oft mehr. Skandinavien im Herbst? Da geht’s bergab. Für mobile Setups ist eine konservative Planung Gold wert – sie verhindert Enttäuschungen und hilft Dir, kluge Entscheidungen zu treffen (z. B. Ladebooster als Backup).
PV-Leistung und Batteriegröße berechnen
Faustformel für die Solaranlage Wohnmobil Planung: Benötigte Wp = Tagesbedarf (Wh) / (Tagesertrag je 100 Wp) × 100. Beispiel: 1.200 Wh/Tag, Ziel Sommerautarkie mit 350 Wh je 100 Wp ⇒ 1.200 / 350 × 100 ≈ 343 Wp. Runde passend für Dein Dachlayout auf, z. B. 2 × 200 W.
Zur Batterie: Sie puffert Nachtverbrauch und Schlechtwettertage. Wähle die Kapazität anhand Deines Autarkieziels:
- AGM/Gel (DoD ≈ 50%): 200 Ah bei 12 V ≈ 1.200 Wh nutzbar
- LiFePO4 (DoD ≈ 80–90%): 200 Ah bei 12 V ≈ 2.000–2.400 Wh nutzbar
Für 1.200 Wh/Tag empfehlen wir für 1–2 Tage Reserve meist 150–200 Ah LiFePO4. Du reist viel im Winter? Plane größer oder ergänze sicher mit Ladebooster und Landstrom.
Komponenten kurz und knackig
Solarmodule: monokristallin, 100–230 W im „Wohnmobilformat“, 300–430 W Standardmodulgrößen, wenn’s aufs Dach passt. Laderegler: MPPT, ausgelegt auf Modulspannung (Voc) und Strom (Isc), plus Batterietyp-Profil. Kabel: dimensioniert auf Strom und Länge (Hin- und Rückweg), Ziel max. 3% Spannungsfall. Sicherungen: an jeder Quelle, am Reglerausgang und batterie- nah. Klingen nach Details? Sind sie auch – sie schützen Deine Anlage und Deinen Ausbau.
Dachlayout, Halterungen und Kabelführung: So passt die Solaranlage im Wohnmobil zu Deinem Ausbau
Dach vermessen und Layout entwerfen
Messe das Dach gründlich aus und markiere Dachhauben, Klimageräte, Antennen, Markise, Dachträger. Ziel: Module so platzieren, dass Schatten (vor allem von Masten/Hauben) möglichst keine Zellreihen treffen. Lieber zwei mittelgroße Module geschickt gesetzt als ein großes unter der Haube „verhungern“ lassen. Denke an Servicewege: Wie kommst Du später zum Reinigen an die Panels?
Starre vs. flexible Module
Starre Glasmodule sind robust, effizient und durch Hinterlüftung kühl im Betrieb. Flexible Module sind leicht, flach und manchmal die einzige Option – dafür wärmer (geringerer Ertrag), sensibler und oft mit kürzerer Lebensdauer. Unser Tipp: Wenn es geht, nimm starre Module mit Spoilern oder Schienen. Flex nur, wenn Höhe/Gewicht der Engpass ist, und dann mit sauber vorbereitetem Untergrund und passendem Klebesystem.
Montage und Befestigung
Spoiler-Profile, Eckhalter oder Schienensysteme haben sich bewährt. Geklebt wird häufig mit MS-Polymer/PU-Klebern; Untergründe (GFK, Alu) müssen gereinigt, leicht angeraut und mit Primer vorbereitet werden. Alternativ kann in geeignete Querholme verschraubt werden – mit Korrosionsschutz. Achte auf:
- Luftspalt (10–20 mm) für Kühlung
- Strömungsgünstige Ausrichtung der Halter
- Kabelausgang unter dem Modul und wasserdichte Dachdurchführung
- Keine harten Kanten für Kabel – immer mit Tüllen/Schutzschlauch
Kabelführung, Dachdurchführung, Korrosionsschutz
Nutze UV-beständige PV-Kabel (PV1-F), MC4-Stecker aus einer Serie und setze Tropfschleifen vor jeder Durchführung. Innen verlegst Du in Schutzrohr oder Kabelkanal, fixiert alle 20–30 cm. Dachdurchführungen dichtest Du mit geeignetem Gehäuse und Dichtmasse. Ganz wichtig: Zugentlastung – Kabel sollen nicht am Stecker „hängen“.
Verschattung clever vermeiden
Teilverschattung ist der Klassiker unter den Ertragskillern. Plane Stränge so, dass Module mit ähnlichem Schattenverlauf zusammenarbeiten. Parallelschaltung kann Verschattungseffekte entschärfen (dafür höhere Ströme und dickere Kabel). Power-Optimierer sind im Mobilbereich selten nötig – ein gutes Layout bringt meist mehr.
Laderegler, Batterien, BMS: Systemdesign für die Wohnmobil-Solaranlage nach dem Meyer-Camberg Leitfaden
MPPT oder PWM? Entscheidung mit Folgen
PWM ist simpel, aber verschenkt vor allem bei höherer Modulspannung Ertrag. MPPT-Regler wandeln Spannungsüberschüsse in Strom und holen im mobilen Alltag häufig 10–30% mehr heraus. Achte auf ausreichende Spannungsreserve bei Kälte (Voc steigt) und dimensioniere den Eingangsstrom mit Sicherheitsfaktor (typ. 1,25 × Isc). Ein Regler mit App/Kommunikation hilft bei Analyse und Feintuning.
Batterietechnik: AGM/Gel vs. LiFePO4
AGM/Gel sind preiswerter, robust, bringen aber Gewicht und weniger nutzbare Kapazität mit. LiFePO4 ist die Lieblingsbatterie vieler Vanlifer: leichter, zyklenfest, hohe Ladeleistung und mehr nutzbare Energie. Dafür braucht’s ein BMS, korrektes Ladeprofil und Temperaturmanagement (unter 0 °C nur mit Heizung laden). Wenn Autarkie und Performance im Fokus stehen, führt an LiFePO4 oft kein Weg vorbei.
BMS und Monitoring: Hüter Deiner Energie
Ein gutes BMS schützt vor Unter-/Überspannung, Überstrom und Untertemperatur. Idealerweise kann es Ladegeräte und Wechselrichter beeinflussen (z. B. Ladesperre bei Kälte). Ergänze das Ganze um einen Batteriemonitor mit Shunt: Der zeigt Dir verlässlich den State of Charge (SoC) – und Du weißt endlich, ob „noch genug drin“ ist oder nicht.
Absicherung, Busbars und Kabelquerschnitte
Jede Quelle und jede starke Last bekommt ihre eigene Sicherung – und zwar so nah wie möglich an der Batterie/Quelle. Sammelschienen (Busbars) sorgen für Ordnung und reduzieren Wust am Batteriepol. Kabelquerschnitte planst Du nach Strom und Länge bei ca. 3% Spannungsfall. Ein paar Richtwerte:
| Strom (A) | Kabellänge hin+zurück (m) | Empfohlener Querschnitt (mm²) |
|---|---|---|
| 10 | 6 | 2,5 |
| 20 | 6 | 6 |
| 30 | 6 | 10 |
| 50 | 4 | 16 |
| 100 | 3 | 35 |
Pro-Tipp: Für Wechselrichter nahe an der Batterie bleiben und sehr dicke, kurze DC-Kabel nutzen. Der Strom ist dort enorm (z. B. 1.000 W bei 12 V ≈ 83 A zzgl. Reserve).
Autarkie vs. Gewicht und Budget: Praxis-Szenarien für Camper, Vans und modulare Anhänger
Szenario A: Wochenend-Camper
Du bist 1–3 Tage unterwegs, lädst Handys, nutzt Licht und Kühlbox? Dann brauchst Du keine High-End-Anlage.
- PV: 150–300 Wp
- Batterie: 100–200 Ah AGM oder 100–150 Ah LiFePO4
- Regler: MPPT 20–30 A
- Ladebooster: 30 A (bei Euro-6 fast Pflicht)
- Wechselrichter: optional 300–600 W (reine Sinuswelle)
Budget grob: 700–1.600 € (je nach Batteriechemie), Zusatzgewicht: ca. 20–45 kg. Im Sommer oft komplett autark – ansonsten hilft eine Fahrtetappe nach.
Szenario B: Vanlife & Remote-Work
Jeden Tag Laptop, Router, Kühlschrank und gelegentlich 230-V-Küche? Hier zählt Durchhaltevermögen.
- PV: 400–800 Wp (Dach voll, ggf. mobiles Zusatzpanel)
- Batterie: 200–400 Ah LiFePO4
- Regler: MPPT 40–70 A (ggf. zwei Regler für getrennte Felder)
- Ladebooster: 50–90 A
- Wechselrichter: 1.500–2.000 W rein sinus, mit Netzvorrang
Budget grob: 3.000–6.500 €, Zusatzgewicht: 35–80 kg. Wichtig: Belüftung des Technikfachs, sauberer Kabelbau, Reserveplätze im Sicherungspanel.
Szenario C: Familien-Reisemobil
Mehrere Geräte laden, Kühlschrank, TV ab und zu, kurze Standzeiten, Landstrom ist gelegentlich da.
- PV: 300–400 Wp
- Batterie: 150–220 Ah AGM oder 150–200 Ah LiFePO4
- Ladebooster: 30–50 A
- Wechselrichter: 1.000–1.500 W (Spitzenlasten beachten)
Budget grob: 1.500–3.500 €, Zusatzgewicht: 25–55 kg. Gute Balance aus Komfort und Kosten.
Szenario D: Wintercamping/Alpin
Kurz gesagt: PV liefert im Winter eine Grundlast, aber nicht die ganze Miete. Ergänze zuverlässig mit Booster und Landstrom.
- PV: so viel wie aufs Dach passt, plus optional klappbare Zusatzmodule
- Batterie: große LiFePO4 mit Heizung oder robuste AGM
- Ladebooster: 50–90 A (Hauptquelle unterwegs)
- Landstrom-Ladegerät: 30–60 A mit passendem Profil
Extra: Achte auf Leitungsquerschnitte (Kälte!), Isolierung, Kondensationsschutz im Technikfach.
Szenario E: Modulare Anhänger
Wechselnde Einsätze? Setze auf steckbare PV-Frames, robuste Steckverbinder und eine cleane DC-Verteilung. Plane abnehmbare Module für Winterlagerung und sichere Fixpunkte für Kabel. Schwerpunkt im Blick behalten: Batterieposition beeinflusst Fahreigenschaften deutlich.
Integration ins 12V/230V-Bordnetz: Landstrom, Wechselrichter, Ladebooster richtig kombinieren
Saubere DC-Architektur
Das Herzstück ist die Batterie mit Hauptsicherung nahe am Pluspol. Von dort aus gehst Du auf Plus-/Minus-Sammelschienen (Busbars). Daran hängen Laderegler, Ladebooster, Landstrom-Ladegerät und Wechselrichter – jeweils mit eigener Sicherung. Verbraucher versorgst Du über abgesicherte DC-Verteiler. Für Wartung und Notfälle sind Trennschalter Gold wert.
Laden während der Fahrt
Moderne Euro-5/6-Fahrzeuge haben oft „smarte“ Lichtmaschinen. Ohne DC-DC-Booster wird die Aufbaubatterie nicht korrekt geladen. Dimensioniere nach Batteriegröße und Generatorleistung (z. B. 30–50 A für mittelgroße Systeme, 60–90 A für große LiFePO4). Verlege kurze, dicke Leitungen, nutze Temperatursensoren und setze das Zündsignal korrekt ab.
Landstrom sinnvoll nutzen
Ein gutes Ladegerät mit frei wählbaren Profilen ist die Versicherung gegen lange Regenphasen. Für LiFePO4 sind Absorptionsspannungen um 14,2–14,6 V und Float 13,4–13,8 V typisch (Herstellerangaben beachten). Im Winterbetrieb sind 30–60 A Ladeleistung angenehm – dann reicht oft schon ein Abend am Campingplatz, um wieder aufzufüllen.
Wechselrichter und 230-V-Netz
Empfindliche Geräte mögen reine Sinuswelle. Dimensioniere den Wechselrichter nach Dauer- und Spitzenleistung. Beispiel: 1.500 W Kaffeemaschine zieht an 12 V DC kurzzeitig über 130 A – das ist kein „Kleinkram“. Für Komfort sorgen Geräte mit Netzvorrang/Transferschalter oder Kombigeräte (Wechselrichter/Ladegerät). Denke an:
- AC-Verteilung mit Leitungsschutzschalter und FI/RCD, normkonform
- Saubere Umschaltung zwischen Landstrom und WR
- Potentialausgleich/Erdung nach Fahrzeugbauregeln
- Wechselrichter nahe der Batterie, sehr dicke DC-Kabel, passender DC-Schutz
Hinweis: 230-V-Installationen gehören in die Hände von Fachkundigen. Sicherheit geht immer vor.
Quellen kombinieren – ohne Stress
Solar, Booster und Landstrom können parallel arbeiten, wenn alles korrekt konfiguriert ist. Stimme die Ladeschlussspannungen auf die Batteriechemie ab, beachte BMS-Sperren (z. B. bei Kälte) und setze Prioritäten: Solar zuerst, Booster/Landstrom nach Bedarf. Monitoring via App oder Batteriemonitor hält Dich auf Kurs.
Sicherheit, Normen und Wartung: Wohnmobil-Solaranlage zukunftssicher planen mit Meyer-Camberg
Normen, die Du kennen solltest
Für Freizeitfahrzeuge gelten unter anderem DIN VDE 0100-721 (230-V-Netze in Caravans/Reisemobilen), EN 1648-2 (12-V-DC-Anlagen) und ECE R10 (EMV). Übersetzt heißt das: klare Anforderungen an Schutzmaßnahmen, Leitungsführung, Absicherung und die Ausführung des 230-V-Netzes. Wer sauber plant, hat später bei Prüfungen und Abnahmen weniger Kopfschmerzen.
Absicherung und Trennstellen
Jede Quelle/Last separat absichern, Hauptsicherung batterienah, DC-Trennschalter für Service vorsehen. Bei parallelen Modulsträngen jeden Strang einzeln sichern. Leitungen durch Metallteile mit Gummitüllen schützen, Kabel gegen Scheuern sichern, Klemmen mit Drehmoment anziehen. Für LiFePO4 sind hochwertige Sicherungen/Schütze Pflicht – die Ströme sind kein Spaß.
Brandschutz und Materialwahl
Kabel mit passender Isolationsklasse, feine Litze, korrekt gecrimpt – bitte kein „quetschen mit Kombizange“. Ringkabelschuhe auf Schraubklemmen, korrosionsfeste Oberflächen, und wo’s warm wird: Luft zum Atmen. Bleiakkus brauchen ggf. Lüftung; LiFePO4 brauchen Temperaturmanagement. Ordnung im Technikfach ist gelebter Brandschutz.
Wartung leicht gemacht
- Module reinigen (ohne harte Bürsten, bitte), 1–2× pro Jahr
- Mechanik prüfen: Halter, Klebenähte, Drehmomente
- Steckverbinder auf Dichtigkeit und Korrosion prüfen
- Dachdurchführungen inspizieren und bei Bedarf nachdichten
- Firmware-Updates für Regler/Wechselrichter
- Batteriemonitor kalibrieren, Parameter checken
Future-ready planen
Denke an Reserven: Platz für ein weiteres Modul, eventuell zweiter MPPT, etwas größere Busbars, freie Sicherungsplätze und Leerrohre für spätere Kabel. Geräte mit offener Kommunikation (z. B. serielle Schnittstellen) erleichtern Monitoring und Upgrades. So wächst Deine Anlage mit Deinen Ansprüchen – statt Dir im Weg zu stehen.
Schritt-für-Schritt: So setzt Du Dein Projekt um
Von der Idee zur Autarkie – in acht Etappen
- Verbrauch erfassen: Liste erstellen, Wh/Tag berechnen, Reserven planen.
- Dachlayout: Hindernisse einzeichnen, Verschattung minimieren, Servicewege berücksichtigen.
- Komponenten wählen: Module, MPPT, Batterie, Ladebooster, Wechselrichter, Kabel, Sicherungen, Halterungen.
- Querschnitte und Schutz: Kabel berechnen, Sicherungen und Trennschalter festlegen, Busbars dimensionieren.
- Mechanische Montage: Untergrund reinigen, anrauen, primern; kleben/ schrauben; Aushärtezeiten einhalten.
- Elektrische Installation: sauber crimpen, beschriften, Schutzrohre setzen, Polarität prüfen.
- Inbetriebnahme: Ladeprofile einstellen, Funktionstest, Monitoring-App koppeln, Protokoll erstellen.
- Praxistest: Ertrag messen, Lastprofil validieren, Parameter feinjustieren (z. B. Absorptionszeit, Float).
Klingt viel? Ist machbar. Und falls Du’s abgeben willst: Fachbetriebe helfen – die Vorarbeit (Verbrauch, Layout) kannst Du trotzdem selbst machen und Geld sparen.
Praxisbeispiel: Dimensionierung kompakt
Ausgangslage
Du reist im Sommer zwei Wochen durch Frankreich, stehst oft frei, arbeitest täglich 2–3 Stunden am Laptop und liebst frischen Espresso. Deine Liste:
- Kühlschrank 60 W, 10 h/Tag ≈ 600 Wh
- LED 20 W × 4 h ≈ 80 Wh
- Laptop 80 W × 3 h ≈ 240 Wh
- Router 10 W × 8 h ≈ 80 Wh
- Espressomaschine 1.200 W × 6 min/Tag ≈ 120 Wh (plus Wechselrichterverluste)
- Sonstiges ≈ 120 Wh
Summe: ca. 1.240 Wh/Tag. Mit Wechselrichterverlusten runden wir auf 1.350 Wh/Tag.
PV und Batterie
Sommerertrag konservativ 350 Wh/100 Wp ⇒ 1.350 Wh / 350 × 100 ≈ 386 Wp. Wir planen 2 × 220 W = 440 Wp für Reserve und teilverschattete Phasen. Batterie: 200 Ah LiFePO4 (≈ 2.400 Wh brutto, 80% nutzbar ≈ 1.920 Wh) geben Dir 1–1,5 Tage Puffer ohne Sonne.
Peripherie
MPPT-Regler 40 A, Ladebooster 50 A (Euro-6), Wechselrichter 1.500 W rein sinus mit Netzvorrang. DC-Kabel WR-Batterie: kurz und dick (z. B. 50 mm² bei ≤1 m Leitungslänge hin+zurück, abhängig von Sicherung/WR-Spezifikation). Absicherung: Hauptsicherung 150–200 A am Batterieplus, Regler- und Boosterleitungen separat abgesichert.
Ergebnis
Im Sommer bist Du weitgehend autark, der Booster füllt an Fahrtagen flott auf. In Frühling/Herbst bringt Dir die Überdimensionierung der PV den entscheidenden Vorteil. Der Espresso? Gesichert. Und zwar jeden Morgen.
FAQ zur Solaranlage Wohnmobil Planung
Wie viel Watt Solar brauche ich?
Teile Deinen Tagesbedarf durch den realistischen Tagesertrag je 100 Wp (Sommer 300–400 Wh). Beispiel: 1.200 Wh/Tag ⇒ 300–400 Wp. Für Übergangszeit und Reserve gern etwas mehr einplanen.
Sind flexible Module eine gute Idee?
Nur, wenn Höhe oder Gewicht strikt begrenzt sind. Starre Module liefern meist mehr Ertrag, bleiben kühler und halten länger.
Kann ich Solar, Booster und Landstrom gleichzeitig nutzen?
Ja, wenn alle Geräte korrekt konfiguriert sind. Achte auf passende Ladeschlussspannungen und BMS-Sperren (z. B. bei Kälte).
Wie dimensioniere ich den Wechselrichter?
Er richtet sich nach Deiner höchsten Dauerlast plus Spitze. Denke an DC-Strom am Batteriepfad: 2.000 W bei 12 V bedeuten im Peak über 160 A – kurze, dicke Kabel und passende Sicherungen sind Pflicht.
Was bringt ein Batteriemonitor mit Shunt?
Exakte Anzeige des SoC, Lade-/Entladeströme und Restkapazität. Ideal für Feintuning und um böse Überraschungen zu vermeiden.
Wie sieht’s im Winter aus?
PV-Ertrag ist stark reduziert. Nutze Booster und Landstrom als Hauptquellen; PV deckt Grundlasten. Mobile, ausrichtbare Zusatzmodule können helfen.
Welche Verluste soll ich einkalkulieren?
Regler- und Kabelverluste 5–10%, Temperatur- und Teilverschattungspuffer 5–10%, Wechselrichterverluste 5–15% (je nach Gerät und Last).
Fazit: Mit System zur starken, sicheren Solaranlage
Die Solaranlage Wohnmobil Planung ist kein Hexenwerk – aber sie belohnt Gewissenhaftigkeit. Wenn Du Deinen Verbrauch kennst, ein gutes Dachlayout entwirfst und Deine Komponenten stimmig dimensionierst, bekommst Du ein System, das den Alltag trägt: leise, zuverlässig, sicher. MPPT-Regler, passend ausgewählte Batterie, sauberer Kabelbau, kluge Absicherung und eine aufgeräumte Integration ins 12-V/230-V-Netz – das ist das Fundament für echte Unabhängigkeit. Und sobald Du die ersten Tage frei stehst, ohne den SoC nervös zu beobachten, weißt Du: Es hat sich gelohnt.
Meyer-Camberg begleitet Dich dabei mit Leitlinien, Praxiswissen und Inspiration für Technik, Ausbau und smarte Lösungen. Ob Camper, Van oder modularer Anhänger – Deine Energie bestimmt Deine Freiheit. Plane sie bewusst, plane sie zukunftssicher und gönn Dir den Luxus, unterwegs einfach anzukommen.

